Aus
Aus ist ein kleiner Versorgungsort zwischen Lüderitz und Keetmanshoop. Sein Name entstand aus der Tatsache, daß hier um die Jahrhundertwende für Reisende zur Küste die letzte Möglichkeit war, sich für die folgende Wüstendurchquerung zu versorgen; sie hatten nahezu das Ende der Zivilisation erreicht.
Heute ist der Ort berühmt für die Wildpferde, die in der westlich von Aus gelegenen Wüste leben. Ihre Herkunft ist ungewiß, doch gibt es verschiedene Theorien, nach denen sie beispielsweise Nachkommen aus der Pferdezucht des Barons von Wolf von der Duwisib-Farm oder der Pferde der Deutschen Schutztruppen sind. Mittlerweile scheint allerdings festzustehen, daß ihre Vorfahren Teil der südafrikanischen Kavallerie waren, die während eines deutschen Fliegerangriffs 1915 in die Wüste entkamen.
Die Pferde haben sich dem Leben in der Wüste auf außergewöhnliche Weise angepasst und können nahe Aus an der Wasserstelle Garub aus einem hierfür eingerichteten Beobachtungstand aus der Nähe erlebt werden. Wegen der großen Wasserknappheit ließ die Regierung vor einiger Zeit einen Teil der Pferde zum Verkauf einfangen, so daß heute noch ca. 100 Pferde hier leben.
Südöstlich von Aus kann man die Reste des Kriegsgefangenenlagers sehen, in dem während des 1. Weltkriegs ca. 1.500 Männer der deutschen Schutztruppe nach ihrer Kapitulation 1915 inhaftiert wurden.
Zelte waren ihr einziger Schutz vor den extremen Witterungsbedingungen und viele erkrankten und starben, bevor sie in Eigenregie feste Häuser errichteten. Die Überlebenden wurden erst nach vier langen Jahren nach Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles freigelassen und heute erinnern nur noch einige Steinhaufen und eine Gedenktafel an die Männer.
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