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Diamantensperrgebiet

Das Diamantensperrgebiet übt schon allein durch seinen Namen einen schier unbändigen Reiz aus - Doch das Betreten auf eigene Faust und ohne Erlaubnisschein ist strengstens untersagt!

Das Gebiet erstreckt sich vom Oranje-Fluß im Süden bis zur südlichen Grenze des Namib-Naukluft National Parks. Die Stadt Lüderitz wird von diesem Gebiet quasi eingeschlossen und ist auf dem Landweg nur über die Nationalstraße B4 zu erreichen. Nördlich der Straße liegt die Namib, südlich das Diamantensperrgebiet - Man darf die Straße also auf keinen Fall verlassen!

Der Thüringer August Stauch war als Angestellter der Bahn für die Station “Grasland” bei Lüderitz und die Instandthaltung der umliegenden Gleise zuständig. 1908 fand sein Untergebener Zacharias Lewala einen interessanten “Stein”, den er seinem mineralogisch interessierten Vorgesetzten übergab und der sich als Diamant herausstellte. Stauch sicherte sich mit einem Freund umgehend eine große Parzelle bei Kolmanskuppe und wurde zu einem reichen Mann - Verlor jedoch nahezu alles in der großen Weltwirtschaftskrise 1931.

Zunächst wurden von mehreren kleinen deutschen Firmen Diamanten abgebaut. Städte wie Kolmanskop und Elizabeth Bay entstanden und wurden schnell zu den reichsten Städten Namibias - konnte man die Diamanten doch einfach vom Boden auflesen. Doch mit dem Ende des Diamantenbooms wurden sie schnell zu verlassenen Geisterstädten, die man heute mit besonderen Erlaubnisscheinen besichtigen kann.

Als die Inhaber der Rechte an den Diamanten die Vorkommen für nahezu erschöpft hielt, verkauften diese die Rechte 1920 für nur 40 Mio. Mark an Ernst (Ernest) Oppenheimer, den Gründer der “Consolidated Diamond Mines of South West Africa”, die später in die weltbekannte Gruppe “De Beers” aufging. Oppenheimer dehnte das Gebiet aus, perfektionierte die Abbaumethoden und wurde so zum Begründer des Diamantenkartells unter Führung von De Beers.

Das Fundgebiet wurde zum Schutz vor unlizensiertem und übermäßigem Abbau zum Sperrgebiet deklariert.

In den letzten Jahren hat sich die Diamantenförderung immer weiter in Richtung der Oranje-Mündung verlagert und es besteht die Hoffnung, daß die Sperrung des Gebiets in nicht allzu weiter Zukunft aufgehoben wird.

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