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Henties Bay

Der Ruf von Henties Bay, ca. 70 km nördlich von Swakopmund an der Atlantikküste Namibias begründete sich lange Zeit in den hervorragenden Bedingungen für Angler, die hier das ganze Jahr über ein wahres Anglerparadies vorfinden. Doch auch immer mehr Naturliebhaber, welche die Einsamkeit und rauhe Schönheit der Küste und der angrenzenden Namibwüste genießen, verbringen ihre Zeit in diesem Ort.

In der Nebensaison eher ein ruhiger Ort mit ca. 3.000 Einwohnern, doch zu Ferienzeiten in der Hochsaison sehr lebhaft, bietet Henties Bay viele kleine Pubs, Restaurants, Guesthouses, Bed & Breakfasts und auch viele Ferienhäuser. Selbstfahrer können sich in den Geschäften hier zudem mit Lebensmitteln, Getränken, Treibstoff und anderen Dingen versorgen.

1929 wurde die Gegend des heutigen Henties Bay von Major Hentie van der Merve, einem Farmer, Motorhändler und Großwildjäger aus Kalkfeld, entdeckt. Auf der Jagd nach einem Nashorn, für dessen Skelett ein Museum in Pennsylvania viel Geld geboten hatte, bemerkte er, daß die Wasservorräte für ihn und seine Helfer nicht ausreichen würden. Sie machten sich auf in Richtung Küste, um Wasser zu suchen und erreichten nach einer schwierigen Fahrt durch tiefen Sand einen Ort, an dem Ried wuchs, gespeist aus einer kleinen Frischwasserquelle!

Hier entdeckten sie Hinweise auf ein früheres Camp und auf einem alten Metallschild stand in deutscher Sprache, daß hier Diamanten gefunden worden waren. Er vermutete, daß die Deutschen Schutztruppen hier auf einer Expedition gelandet waren.

Van der Merve verliebte sich in diesen Ort und jahrelang kehrte er jeden Dezember für einen Urlaub hierher zurück - Zunächst allein, dann mit Freunden, die sich wie er eine Hütte zimmerten oder zelteten. Diese begannen dann, den Ort “Henties Bay” zu nennen.

1951 erlaubte die South West Africa Administration, sich unter der Bedingung, daß keine permanenten Gebäude errichtet würden, im trockenen Flußbett anzusiedeln. 1966 hingegen wurde diese Entscheidung widerrufen; 27 Siedlern wurde jedoch erlaubt, sich auf den Dünen beiderseits des Flußbettes Land zu kaufen. 1967 wurde das De Duine Hotel errichtet und die Stadt begann langsam, sich zu entwickeln.

Wie in anderen Küstenregionen Namibias wurde auch hier nach Diamanten gesucht, doch wurden in der Umgebung von Henties Bay nur ganz vereinzelt welche gefunden. Die Minenlöcher sind heute jedoch noch sichtbar. 5 Diamanten wurden entdeckt, doch es kam der Verdacht auf, daß sie dort platziert worden waren und die Mine wurde 1971 geschlossen.

In den frühen 1960ern wurde am Cape Farilhao (Sandhoek, heute Solitude), südlich von Henties Bay, ein Leuchtturm errichtet, um die Schiffe daran zu hindern, auf die trügerisch flache Küste aufzufahren. Mit neuen Navigationstechniken wurde der Leuchtturm bei Henties Bay wie auch andere entlang der Küste überflüssig. Zunächst diente er noch als Sitzplatz für die hier lebenden Kormorane, doch in den frühen 1990ern wurde er endgültig abgerissen. Die Überreste kann man heute noch erkennen, wenn man der Dünenstraße in Richtung Süden nach Jakkalsputz folgt.

Am einsamen Strand um  Henties Bay sind Fahrzeuge noch erlaubt (Ausnahme: Die Strände vor den Wohngebieten und im Cape Cross Seal Reserve) und verschiedene 4 x 4 Trails führen in die Namib. Nach den genauen Routen sollte man sich jedoch vorab im Tourist Bureau erkundigen. Erlaubnisscheine (Permits) sind hierfür (noch) nicht nötig, doch wird natürlich jedem Besucher dadurch auch eine besondere Verantwortung hinsichtlich des Schutzes der Natur auferlegt. Empfehlenswert ist es, solche Ausflüge in Begleitung eines einheimischen Guides zu unternehmen.

Quadbikes werden immer beliebter, weshalb zwei Abschnitte hierfür ausgewiesen wurden: Das Dünenfeld südlich von Henties Bay sowie der der Omaruru River. Am Strand sowie in den Dünen vor den Wohngebieten ist das Quadbiking verboten.

Besondere Rücksicht muß auf die sensiblen Flechtenfelder (“Lichen”) genommen werden. Diese äußerst fragilen, langsam wachsenden Organismen sind sehr zerbrechlich und benötigen bis zu 100 Jahre, um sich von Schäden durch Autos oder Quadbikes zu erholen. Man sollte daher immer auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, auch wenn die unberührten Flächen noch so verlockend erscheinen.

Auch der Damara Tern, einer der seltensten Seevögel im Südlichen Afrika wird durch Off Road- Driving gefährdet. Als Bodenbrüter nistet er ausschließlich auf dem schmalen Küstenstreifen zwischen Strand und Küstenstraße an den namibischen Küste

Angler benötigen unbedingt einen Erlaubnisschein und sollten sich im Tourist Bureau genau nach den bestehenden Regeln, Vorschriften und erlaubten Angelrevieren erkundigen, da bei Nichteinhaltung hohe Strafen drohen.

Henties Bay kann über die B2 von Windhoek oder die Schotterstraße D1918 via Usakos und Spitzkoppe erreicht werden. Von Swakopmund führt die Salzstraße C34 in die Stadt. Diese kann morgens bzw. bei feuchtem Wetter sehr rutschig sein!

Das Klima in Henties Bay ist typisch für die namibische Atlantikküste - zumeist kühl und neblig mit relativ wenig Wind. Die wärmste Zeit ist von Dezember bis März mit Temperaturen zwischen 20 und 30°C, während es von August bis Oktober nur 14 - 18°C warm ist. Es kann jedoch auch im Winter von April bis August bei trockenem Ost- oder Bergwind zu Temperaturen bis 40°C kommen!

Es ist ein gebräuchlicher Ausspruch, daß man in Henties Bay auch alle Jahreszeiten an einem Tag erleben kann!

Bei Ostwind gibt es zudem die Möglichkeit von Sandstürmen, die 2 - 3 Tage, aber auch schon mal 10 - 11 Tage andauern können. In der Regel sind sie am Morgen am stärksten, während man spätnachmittags dann durchaus zum Picknick an den Strand gehen kann.
 

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