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Swakopmund

1487 setzte in der Nähe des heutigen Swakopmunds mit Bartolomeu Diaz der erste Europäer seinen Fuß auf die nambische Küste, wo er am Kreuzkap (Cape Cross) ein Steinkreuz errichtete. 1862 wurde das Land an der Mündung des Swakop Rivers durch ein deutsches Kanonenboot per Flaggenhissung in Besitz genommen. Doch erst 30 Jahre später wurde Swakopmund hier durch den Reichskommissar und Befehlshaber der Schutztruppe, Hauptmann Curt von François, gegründet. Mit der Errichtung eines künstlichen Hafens nahm die Hamburger Reederei Woermann bereits weitere zwei Jahre später einen regelmäßigen Schiffsverkehr nach Swakopmund auf.

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Swakopmund wurde der wichtigste Ort für die Versorgung von Deutsch- Südwestafrka und auch für die Einwanderung deutscher Siedler. 1902 wurde die fast 400 km lange Eisenbahnstrecke von Swakopmund nach Windhoek eröffnet, die auch die Namib durchquerte. 7 Jahre später erhielt der Ort dann das Stadtrecht.

Heute hat Swakopmund knapp 30.000 Einwohner, von denen ungefähr 20% deutschstämmig sind. Mit seinen zahlreichen kolonialen Bauten, deutschen Zeitungen, dem eisernen Landungssteg, Restaurants und Schwarzwälder Kirschtorte wirkt Swakopmund wie ein deutsches Ostseebad, zumal man sogar von den Einheimischen zunächst meist auf deutsch angesprochen wird. Auch wenn viele Straßen ihren deutschen Namen abgeben mußten tragen viele noch immer ihre Bezeichnungen aus der Kolonialzeit, so die Bismarckstraße, in der sich das Tourismusbüro befindet.

In der 1911 im neobarocken Stil erbauten Kirche der Deutschen Lutherischen Gemeinde findet sonntags der Gottesdienst in deutscher Sprache statt.

Komplett von Wüstenlandschaft umgeben ist Swakopmund besonders im afrikanischen Sommer der beliebteste Urlaubsort der Einheimischen, was auch an dem hier sehr angenehmen, teils kühlen Klima liegt. Da der Atlantik aufgrund des Benguela-Stroms nur selten wärmer als 15°C wird, gibt es natürlich ein Hallen- sowie ein Freibad. So wurde der Tourismus nicht nur aufgrund der ausländischen Gäste zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Stadt.

Zu den sehenswerten Gebäuden in Swakopmund gehört das Alte Amtsgericht (1908), das Hohenzollernhaus, das Prinzessin-Rupprecht-Heim und der alte Bahnhof (1901), heute ein luxuriöses Hotel mit Entertainment- Anlage und Kasino. Im Woermann-Haus (1894/1903) mit dem Damara-Turm, der aus 25 m Höhe schöne Ausblicke ermöglicht, befindet sich heute eine Bibliothek, eine Kunstgalerie und das Büro der Namibia Wildlife Resorts.

Im neu erbauten Kristall-Palast ist das Mineralienmuseum untergebracht und das “Bezirksgericht” ist der Sommersitz des Präsidenten.

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Informationen zur deutschen Kolonialgeschichte aber auch zur Archäologie, Botanik und Frühgeschichte der Region erhält man im Swakopmund Museum, das sich in der Nähe des Leuchtturms befindet. Auch im ihm angegliederten Museum gibt es interessante Ausstellungsstücke zu sehen.

Auch das Meeres-Aquarium lohnt einen Besuch. Es ist täglich außer montags von 10.00 - 16.00 Uhr geöffnet und um 15.00 Uhr kann man der Fütterung der Haie zusehen.

Wenige Kilometer außerhalb der Stadt an der B2 steht das Dampfmobil “Martin Luther”, die Versorgungsgüter zu den Schutztruppen in das Landesinnere transportieren sollte, jedoch bereits nach kurzer Strecke hier stehenblieb. Von der Bevölkerung wurde sie daraufhin spöttisch nach dem Reformator Martin Luther benannt, der ja die Worte “Hier stehe ich, ich kann nicht anders” gesagt haben soll. 1975 wurde das durch Witterungseinflüsse beschädigte Dampfmobil restauriert und zum Nationaldenkmal erklärt.

Auch als Basis für Ausflüge in die Umgebung bietet Swakopsmund sich an. So kann man an Ausflügen zum Cape Cross Seal Reserve, 4 x 4-Trails in die Dünen, zur Mondlandschaft und Welwitschia-Fläche, nach Walvis Bay und Sandwich Harbour, Bootsausflügen,  oder auch an Rundflügen über die Dünen von Sossusvlei oder den Skeleton Coast Park teilnehmen.

Einige dieser Ausflüge kann man auch auf eigene Faust unternehmen, sollte sich jedoch vorab im Tourist Bureau in der Bismarckstraße erkundigen, ob ein Permit dafür notwendig ist. Bei der Teilnahme an geführten Exkursionen oder durch die Mitnahme eines lokalen Führers erfährt man jedoch in der Regel sehr viel mehr und wird auch auf Details hingewiesen, die man selbst leicht übersieht.
 

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