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Tsumeb

Die Minenstadt Tsumeb ist die Hauptstadt der Oshikoto Region im Norden Namibias, ca. 400 km nördlich von Windhoek. Ihren Namen bekam die Stadt mit heute ca. 12.000 Einwohnern von dem Wort Tsomsoub aus der Sprache der Buschmänner, was “ein großes Loch in lockerem Boden graben” bedeutet sowie vom Otjiherero-Wort Otjisume (Platz der Frösche), woraus das heutige Tsumeb wurde.

Bereits in prähistorischen Zeiten wurde der Mineralienreichtum des Ortes entdeckt, der von seiner vulkanischen Vergangenheit herrührt. Schon die Buschmänner begannen mit dem Abbau von Kupfererz, aus dem sie in zu Hochöfen umfunktionierten Termitenhügeln Kupfer gewannen und das an Händler vom Stamm der Owambo verkauft wurde. Auch die Europäer erfuhren natürlich von den Vorkommen. Am 12. Januar 1893 kam Mathew Rogers als Repräsentant der South West Africa Company nach Tsumeb. In seinen Berichten schreibt er von einem Anblick, den er noch nie zuvor begegnet sei und verhandelte mit dem Einwohnern bezüglich der Abbaurechte.

1900 wurde die Otavi Mining and Railroad Company gegründet und im Dezember des Jahres erreichte die erste Ladung per Ochsenwagen das 566 km entfernte Swakopmund, von wo aus es nach Europa verschifft wurde. Erst am 24. August 1906 wurde die Eisenbahnstrecke von Tsumeb in die Küstenstadt fertiggestellt und innerhalb von zwölf Monaten konnten 25.700 Tonnen Erz geliefert werden. Für den Bau wurden viele Angehörige der Herero und Ovambo zwangsverpflichtet, auch das benötigte Land wurde den Herero ohne Verhandlungen einfach weggenommen, was mitentscheidende Gründe für die Hereroaufstände waren, die 1904 begannen.

Gegründet wurde die Stadt Tsumeb offiziell im Jahr 1905. Die Tsumeb Minen (1906) und das Makalani Hotel (1907) existieren noch heute. 205 verschiedene Mineralien, darunter Blei, Zink, Silber, Sulfur und Spuren von Gold, aber auch Kristalle, grüner Malachit und andere Schmucksteine, werden hier heute abgebaut. Einige Mineralien wurden hier zum ersten Mal entdeckt, weshalb Tsumeb zu den berühmtesten Lagerstätten überhaupt zählt. Das Motto der Stadt lautet seit den ersten Tagen bezeichnenderweise “Glück auf”. Da allerdings nur noch in wenige Minen geschürft wird, ist die Bedeutung des Bergbaus heute nicht mehr so groß wie in früheren Jahren.

Während des ersten Weltkrieges versammelten sich in der Region um die Orte Grootfontein, Tsumeb und Khorab viele Kriegsflüchtlinge, Dr. Seitz, der letzte Gouverneur von Deutsch-Südwest und auch die Überreste der deutschen Schutztruppe. Umzingelt von mehr als 60.000 südafrikanischen Soldaten kapitulierten die Deutschen am 09. Juli 1915 nahe Tsumeb. Gewehre, Kanonen und Munition wurden zuvor jedoch im ca. 20 km entfernt gelegenen Otjikoto-See versenkt. Einige von Ihnen wurden fast 70 Jahre später geborgen und werden heute im von Ilse Schatz geführten Tsumeb Museum ausgestellt.

Neben den Geschützen informiert das Tsumeb Museum auch über die Geschichte der Stadt und den Bergbau, zudem werden Buschmann-Artefakte gezeigt. Auch eine Mine kann besichtigt werden. Die Eintrittskosten sind sehr moderat und das Museum ist wochentags von 9 - 12 sowie 15 - 18 Uhr geöffnet, am Samstag nur nachmittags. Am Sonntag ist das Museum geschlossen.

Wie das Museum liegt auch das Tsumb Arts and Craft Centre in der Main Street. Hier kann man den Künstlern bei der Arbeit zuschauen und natürlich auch Ihre Werke erstehen.

Das Arts & Craft Centre hilft bei der Ausbildung der lokalen Künstler, deren Produkte angeschlossenen gemeinnützigen Shop verkauft werden.

Da hier mit durchschnittlich 550 mm  Regen im Jahr deutlich mehr Niederschlag fällt als im Durchschnitt des Landes wird in Tsumeb und Umgebung auch viel Ackerbau betrieben, woher auch der Name “Maisdreieck” rührt.

Tsumeb liegt im Grenzgebiet zum Nordosten Namibias, wo eine hohe Malaria-Gefahr herrscht.
 

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