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Ladysmith

Wie auch das Städtchen Ladismith in der Western Cape Province erhielt auch der Ort Ladysmith in KwaZulu-Natal seinen Namen nach Lady Juana Maria de los Dolores de Leon Smith, der Frau des damaligen Gouverneurs Sir Harry Smith, und wurde damit 1850 offiziell als Stadt anerkannt.

Heute ist Ladysmith eine friedliche Stadt mit ca. 30.000 Einwohnern und Einkaufsort auch für die umliegenden kleineren Städte wie Colenso, Bergville und Winterton.

Der erste Wohlstand kam mit der Errichtung der Eisenbahnlinie zwischen Witwatersrand und dem Hafen von Durban 1886 nach Ladysmith, das zu einem wichtigen Haltepunkt wurde. Am Ufer des Klip River gelegen spielte Ladysmith dann auch eine große, traurige Rolle im 1899 ausgebrochenen Krieg zwischen den Briten und den Buren.

Vom 02. November 1899 bis zum 28. Februar 1900, in einer der wichtigsten Phasen des Krieges, wurde die Stadt für 118 Tage von den Buren unter General Louis Botha belagert und kam dadurch weltweit in die Schlagzeilen. Zuvor hatten die Briten wichtige Schlachten verloren und sich daraufhin in die Stadt zurückgezogen.

General George White kommandierte zu diesem Zeitpunkt die britischen Streitkräfte in der Stadt. Die Wasserversorgung und Kommunikationsmöglichkeiten wurden
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unterbrochen und aufgrund von Fieber und anderen Krankheiten starben viele Einwohner. Erst als Verstärkung unter dem britischen General Sir Redvers Buller die Buren in Schlachten schlagen konnte, wurde die Belagerung schließlich aufgehoben.

Noch heute sind die verschiedenen Schlachtfelder wie die von Tugela Heights, Spioenkop und Wagon Hill zu besuchen. So führt ein Gang über das Schlachtfeld von Spioenkop, einem hart umkämpften Hügel, den Besucher an Gräbern, Schützengräben und Denkmälern vorbei.

Im Information Office kann man eine Broschüre erstehen, die es ermöglicht, die Schlachtfelder, Denkmäler und einen Militärfriedhof auf eigene Faust zu besuchen.

Die All Saints Anglican Church, die 1902 erbaut wurde, beherbergt eine Gedenktafel, auf der die Namen von mehr als 3.000 britischen Soldaten verewigt sind, die Ihr Leben bei der Besetzung und Befreiung von Ladysmith gegeben haben. Auch viele kostbare, farbige Glasfenster, von denen zwei den Krieg und den Frieden darstellen, sind zu bewundern. Die Kirche ist vormittags von  08:30 - 12.00 Uhr geöffnet, nachmittags nur nach Vereinbarung (Tel: 036 - 637 4960).

Vor dem Rathaus sind heute zwei 6.3 Howitz-Kanonen zu sehen, die im Krieg einer der burischen “Long Toms” zerstört haben und anschließend nie wieder benutzt wurden.

Am selben Ort wie einst eine vom Heiligen Hazrah Soofi Saheb errichtete Moschee erhebt sich heute die Soofi Moschee, eine der schönsten Moscheen der südlichen Hemisphäre und ein Nationaldenkmal, die 1969 fertiggestellt wurde. (Öffnungszeiten 13.00 - 14.00 Uhr und 17.00 - 21.00 Uhr, Tel: 036, 633 1753)

Einer von 1.100 indischen Krankenträgern, welche die Truppen von General Buller bei der Befreiung von Ladysmith begleiteten und die Verwundeten unter Lebensgefahr von den Schlachtfeldern holten, war Mahatma Ghandi, dessen politisches Engagement in Südafrika mit der Unterstützung der rassistisch unterdrückten indischen Minderheit begann, bevor er 1915 aus gesundheitlichen Gründen zurück nach Indien kehrte.

Zum 100-jährigen Jubiläum der Ankunft Ghandis in Natal ehrte die Hindu-Gemeinde von Ladysmith den Friedensaktivisten für sein Engagement mit einer Statue, die auf dem Grund des Lord Vishnu Tempels errichtet wurde. Nach Voranmeldung kann sie besichtigt werden (Tel. 036 - 637 7777).

Da Burgher Memorial wurde 1979 zu Ehren der 781 hier in Natal während des Krieges gefallen Buren und ihren Verbündeten errichtet. Die Überreste von 310 dieser Kämpfer wurden hier in ein großes Grab umgebettet. Das Monument selbst besteht aus 7 stilisierten Händen, die aus dem Boden ragen  und in die Richtung der verschiedenen Schlachten um Ladysmith (Talana, Elandslaagte, Nicholsen’s Nek, Colenso, Spioenkop, Vaalkrans, Pieters and Platrand/Wagon Hill) zeigen. Sie symbolisieren Angst, Trauer, Mut, Stärke, Unerschrockenheit und Leid. Auf den Handgelenken und Handballen sind die Namen der Gefallenen verewigt und einige der Original-Grabsteine wurden in die Mauer eingebettet, die das Denkmal teilweise umgibt.

Als ein Monument der Versöhnung trägt eine Erinnerungstafel ein Gedicht des südafrikanischen Dichters Ernst van Heerden, dessen sinngemäße Übersetzung lautet, daß das vergossene Blut den Boden fruchtbar machte, um die Freiheit von der  Unterdrückung wachsen zu lassen. Dies war auf die Herrschaft der Briten bezogen, wird im heutigen “neuen Südafrika” aber als Denkmal zur Befreiung von jeglicher Unterdrückung interpretiert. Zu jeder Zeit war das surreale Monument jedoch ein Plädoyer für die Sinnlosigkeit von Kriegen.

Weitere Denkmäler und sehenswerte Plätze sind das Devonshire Monument, das Imperial Light Horse Monument, der britische Militärfriedhof, das Manchester Monument, das Manchester Fort, aufgestellte Kanonen und viele weitere historisch wichtige Stätten.

Die Schlachtfelder (Battlefields) sind täglich von 07:00 - 17:00 Uhr geöffnet; eine geringe Eintrittsgebühr wird verlangt.

Am 24. Oktober wurde das Freedom Monument eingeweiht. Besucher können in Erinnerung an gefallene Helden einen Stein auf dem Monument platzieren. Die Ecken des des dreieckigen Monuments repräsentieren die verschiedenen Kulturen Südafrikas, während die Einheit durch einen Kreis symbolisiert wird. Ketten an jeder Ecke erinnern an die Vergangenheit während die zentrale, in den Himmel weisende Säule für die Hoffnung steht.

In einer derart von der Geschichte beeinflußten Stadt dürfen natürlich Museen nicht fehlen. Das Siege Museum neben dem Rathaus in der Main Street wird allgemein als das beste Museum zum Anglo-Burischen-Krieg bezeichnet. Das Gebäude selbst wurde 1884 errichtet und diente während des Krieges als Rationierungsstelle für die Zivilisten der Stadt. Im Museum selber werden Ladysmith und seine Umgebung während des Krieges sowie viele Artefakte, Dokumente, Uniformen  und Waffen gezeigt Das Museum ist Werktags von 09:00 - 16:00 Uhr, Samstags von  09.00 - 13:00 Uhr geöffnet. Sonntags und Feiertags nur nach Vereinbarung (Tel: 036 - 637 2992).

Das Rathaus von 1893 ist ein architektonischer Schatz, in dessen Town Hall Museum auch seine Vergangenheit aufgezeigt wird. (Öffnungszeiten: Wochentags von 09:00 - 16.00 Uhr).

Im Moth Museum werden viele Erinnerungsstücke an verschiedene Kriege wie die beiden Weltkriege gezeigt, darunter Uniformen, Medaillen, Flaggen und Waffen. (Öffnungszeiten 10:00 - 14:00 Uhr, Tel. 036 - 637 3762)

Die Architektur in Ladysmith reicht von gotischen und edwardianischen Bauten bis hin zu Gebäuden im indischen und Renaissance-Stil. Im Information Office und in den Museen gibt es einen Reiseführer, mit dessen Hilfe man diese Schätze auf eigene Faust aufsuchen kann.

Das Ladysmith/Emnambithi Cultural Centre in der Keate Street beherbergt die Ladysmith Black Mambazo Hall - Eine faszinierende Ausstellung zu Ehren der bekanntesten Bürger der Stadt. Die A capella-Gruppe Ladysmith Black Mambazo, die bereits 2 Grammy Awards für ihre Musik erhalten haben. Auch der bekannte Drakensberg Boy’s Choir wird dem Besucher hier nahegebracht. (Öffnungszeiten: Wochentags 09:00 - 16:00 Uhr, Samstags nach Vereinbarung (Tel: 036 - 637 2231 Durchwahl 271).

Auf einer geführten Township-Tour kann man noch heute die Kugellöcher in den Häusern sehen, die von der Gewalt früherer Jahre zeugen. Die tour schließt auch einen Besuch bei “Uncle Gamede” ein, der mit seinen 8 Frauen, 55 Kindern und 33 Enkeln gern Besuch empfängt.

Im Malendi Bird Sanctuary leben mehr als 230 Vogelarten während im 6.000 ha großen Spioenkop Nature Reserve, 25 km außerhalb von Ladysmith, zudem noch Zebras, Nashörner, Giraffen und verschiedene Antilopen leben. Aber auch Wasserski, Yachting und Angeln ist hier möglich. Campingplätze und Bush Camps bieten Übernachtungsmöglichkeiten.
 

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