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Pretoria / Tshwane

© South African Tourism
Nachdem die Voortrekker die Kapkolonie verlassen hatten, um der Vormacht der Briten zu entgehen, gelangten Sie am Ende des “Großen Treks” schließlich in die Region der heutigen Provinz Gauteng. Hier gründete der Führer der Buren, Marthinus Wessel Pretorius 1855 die Stadt, die er nach seinem Vater Andries Pretorius nannte, der sein Volk durch den Sieg gegen die Zulus am Blood River gerettet hatte. 2007 wurde Pretoria in Tshwane (“Wir sind alle gleich”) umbenannt.

Pretoria wurde zur Hauptstadt der Burenrepublik Transvaal, die hier ihre Vorstellung von einem Leben nach den Geboten Gottes verwirklichen wollten. Im Burenkrieg (1899 - 1902) wurden die Buren jedoch von den Briten besiegt und Transvaal wurde mit der Burenrepublik “Oranje Freistaat”, der Kap-Kolonie und Natal zur Südafrikanischen Union zusammengeschlossen. Pretoria wurde zur Verwaltungshauptstadt des Landes erklärt.

Auch heute ist Pretoria die Hauptstadt Südafrikas, wobei sich die Stadt den Parlamentssitz mit Kapstadt teilt. Ca. 50 km nördlich von Johannesburg gelegen herrscht hier trotz einer Einwohnerzahl von ca. 1 Million eine wesentlich beschaulichere Atmosphäre als in der betriebsamen Nachbarstadt, wobei es vor allem auch durch die Studenten der Universität von Pretoria durchaus auch eine nette Kneipen- und Cafè-Kultur gibt.

© South African Tourism
Den Beinamen Jacaranda Ciy bekam die Stadt aufgrund der vor mehr als 100 Jahren aus Südamerika eingeführten Jacaranda-Bäume, die das Stadtbild im Frühling in ein lila Blütenmeer verwandeln. Besonders im Oktober, wenn die mittlerweile mehr als 70.000 Bäume in voller Blüte stehen, lohnt sich hier ein Besuch. Viele Parks und Grünflächen vervollständigen das Bild Pretorias als eine sehr grüne Stadt, aber auch die kulturellen Aspekte kommen nicht zu kurz.

Das bekannteste Gebäude Südafrikas sind die 1913 aus rotem Sandstein erbauten Union Buildings, Sitz der Regierung und des Präsidenten. Aus Sicherheitsgründen kann das beeindruckende neoklassizistische Gebäude nicht von innen besichtigt werden, doch ein Spaziergang durch den umliegenden Park und Außenanlagen bietet einen wunderbaren Ausblick über die Stadt.

Beliebter Anziehungspunkt ist auch das Kruger House, in dem Paul “Ohm” Kruger, der Präsident der Burenrepublik, von 1884 bis 1901 lebte. Das Haus ist originalgetreu möbliert und zeigt viele Ausstellungstücke aus dem Leben des Präsidenten. Eines der schönsten viktorianischen Häuser Südafrikas ist das Melrose House, daß 1884 für den Transportunternehmer George Jesse Hyse erbaut wurde. Hier wurde 1902 der Friedensvertrag von Vereeniging besiegelt, der das Ende des Burenkriegs bedeutete. Auch hier gibt es viele Exponate wie Möbel und Porzellan aus dem 19. Jahrhundert zu sehen.

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Auch Museumsfreunde kommen in Pretoria natürlich auf ihre Kosten. Im National Cultural History Museum, dem bedeutendsten kulturgeschichtlichen Museum Südafrikas, lohnt besonders ein Besuch der Sammlung prähistorischer Felsmalerei sowie der ethnologischen Abteilung.

Auch das Transvaal Museum of Natural History beherbergt um- fangreiche Sammlungen an prähistorischen Fossilien und Edel- sowie Halbedelsteinen. Auch der Kopf von “Mrs. Ples”, eines 2,4 Millionen Jahren Australopithecus africanus, wird hier aufbewahrt, wobei die Besucher nur eine Nachbildung zu sehen bekommen. Dank  neuer Untersuchungsmethoden mußte der Schädel 2002 jedoch in “Mr. Ples” umgetauft werden, da festgestellt wurde, daß es sich um den Kopf eines Mannes handelt.

Für Kunstliebhaber lohnt sich ein Besuch des Pretoria Art Museums, wo mehr als 6.000 Gemälde, Skulpturen, Photographien und Grafiken -  hauptsächlich von südafrikanischen Künstlern - gezeigt werden. Im Fort Klapperkop, eines von  Forts, die nach dem 1. Burenkrieg zum Schutz der Stadt erbaut wurden , befindet sich heute das südafrikanische Museum für Militärgeschichte.

Auch wenn die großen Wildreservate nicht weit von Pretoria entfernt liegen, lohnt sich dennoch ein Besuch im National Zoological Garden. Hier leben mehr als 700 Tierarten und während einer Seilbahnfahrt können die Tiere sogar von oben bestaunt werden. Auch ein Aquarium und ein Schlangenpark wurden angelegt. Der National Botanical Garden liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums und bietet einen sehr guten Überblick über die Vielfalt der südafrikanischen Pflanzenwelt.

Etwas außerhalb der Stadt liegt das Voortrekker Monument und es gibt um die Stadt herum viele Naturparks und auch kleinere Wildreservate, die auch von den Städtern am Wochenende gern für Ausflüge genutzt werden. Hierzu gehören beispielsweise der Hartebeesportdam, wo es eine Vielzahl an Wassersportmöglichkeiten gibt, die Magaliesberge mit ihren Wandermöglichkeiten oder das Rietvlei Nature Reserve, wo es mit etwas Glück sogar Nashörner und Geparden zu sehen gibt.
 

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