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Soweto

Soweto, früher eigenständige Millionenstadt vor den Toren Johannesburgs ist heute Teil der Metropole. Die offizielle Einwohnerzahl wurde nach einer Volkszählung 2001 mit rund 897.000 bezeichnet, doch vergrößert sich die Zahl durch illegale Einwanderer und ständigen Zuzug stetig und Schätzungen gehen sogar bis zu 4 Mio. und mehr.

1904 wurde vor den Toren Johannesburgs eine erste Siedlung gegründet, in der schwarze Minenarbeiter untergebraucht wurden. Ab 1955 wurden die Schwarzen gezwungen, die Innenstadt Johannesburgs den Weißen zu überlassen und sich in sogenannten Townships außerhalb der Stadt zurückzuziehen.  1963 wurden sie zu “Soweto”, was für “South-Western- Township” steht, zusammengefasst.

1976 führte ein Erlass der Regierung, nach dem die den Schwarzen verhasste Sprache ihrer Unterdrücker - Afrikaans - statt Englisch zur Sprache in Schulen werden sollte, zu heftigen  Unruhen. Am 16. Juni des Jahres eröffnete die Polizei das Feuer auf friedliche Demonstranten. Über 500 Menschen, darunter viele Schüler und Studenten, starben im Kugelhagel. Für sie steht in erster Linie der damals 13-jährige Hector Pieterson, nach dem heute ein interessantes Museum benannt ist, das ebenso wie das Hector Pieterson Memorial an den Widerstand erinnert.

Auch wenn mit dem Ende der Apartheid die Wohnbeschränkungen für die farbige Bevölkerung aufgehoben wurden, lebt noch heute ein Großteil von ihnen in den Townships der Ballungsräume, da sie sich anderen Wohnraum zumeist nicht leisten können. In Soweto selbst gibt es die unterschiedlichsten Wohnviertel. Neben viel zu vielen “Squatter Camps” - kleinen Hütten und Unterschlüpfen aus Wellblech, Holzresten, Pappe und Plastiktüten gebaut - gibt es auch schöne Mittelklasse-Viertel mit netten Häusern und Gärten und sogar Luxusvillen. So hat beispielsweise Erzbischof Desmond Tutu hier genauso ein Haus wie hier auch Nelson Mandela lebte und in der Zeit seiner Gefangenschaft seine Frau.

In der Vilakazi Street ist in dem ehemaligen Vier-Zimmer-Haus von Nelson und Winnie Mandela heute das Mandela Museum untergebracht.

Soweto hat eine eigene Infrastruktur mit Radiostationen, vielen Geschäften, Einkaufszentren, Kinos und Shebeens (typisch afrikanische Kneipen) und auch die Baragwanath-Klinik, das größte Krankenhaus der südlichen Hemisphäre, ist hier beheimatet.

Mittlerweile werden hier auch Bed & Breakfast-Unterkünfte für Übernachtungsgäste angeboten und im Oktober 2007 wird das erste 4-Sterne-Hotel Sowetos, das Holiday Inn Soweto am “Walter Sisulu Square of Dedication” (auch bekannt als Freedom Square), eröffnet. Als Tourist sollte man Soweto jedoch niemals allein erkunden sondern immer an einer geführten Tour teilnehmen.
 

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