Google
 


Townships

Der Großteil der schwarzen (Stadt-) Bevölkerung Südafrikas lebt noch immer in den Townships; traurige und doch immer weiter wachsende Überreste aus der Zeit des Apartheidregimes.

Eingerichtet wurden die Townships um die weiße Bevölkerung von den farbigen Mitbürgern zu trennen. Arbeiten durften sie für die wohlhabenden Weißen, doch nach Feierabend mußten sie die Städte verlassen und in den ausgelagerten Townships übernachten.

Das bekannteste Township Südafrikas ist sicherlich Soweto (“Southwestern Township”) mit seinen mehreren Millionen Einwohnern in Johannesburg. Doch auch Kapstadt hat wie alle größeren Städte des Landes seine eigenen Townships. Hierzu gehören z.B. Kayelitsha, Mitchell’s Plain, Langa, Hanoverpark, Athlone und Guguletu.

Seit dem offiziellen Ende der Apartheid 1990 steht es zwar jedem Einwohner des Landes frei, wo er leben möchte, doch allein schon aus finanziellen Gründen sind bislang nur die wenigsten Bewohner der Townships in der Lage, sich Wohnraum in den “weißen” Gebieten zu mieten oder zu kaufen. Während die Meisten sicherlich gern ihr Township verlassen würden, gibt es auch diejenigen, die gern hier leben und sich hier ein eigenes Häuschen bis hin zur Villa errichtet haben.

Nachdem der District Six in Kapstadts Innenstadt im Jahr 1966 zur weißen Zone (“whites only”) erklärt und alle Häuser zerstört wurden, mußten seine Bewohner sich in Townships in sogenannten Cape Flats, vegetationslose, sandige und trockene Gegenden außerhalb der Stadt, niederlassen und durften die Stadt nur zum Arbeiten betreten. Heute sind die Cape Flats sehr dicht besiedelt und verfügen größtenteils auch über eine gute Infrastruktur. Auch viele (illegale) Einwanderer aus den Nachbarländern finden hier Unterschlupf. Kayelitsha beispielsweise, obwohl erst 1983 für 40.000 Bewohner angelegt, beherbergt mittlerweile ca. 2 Mio Menschen, Tendenz weiter steigend, was vielfach zu einer schlechten Versorgung der Bewohner führt.

Die Struktur der Townships ist in verschiedene Unterkunftsarten unterteilt. Schon auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt sieht man die “Squatter Camps”: Unzählige kleine, schiefe Hütten aus Wellblech, Pappe, Holz etc., dicht an dicht zusammengedrängt, zumeist ohne Strom- und Wasseranschluß und umgeben von Müll. Die “Hostels” wurden in den 50er Jahren für Wanderarbeiter errichtet, die sich mit vielen anderen kleine Zimmer teilen mußten. Heute leben viele von ihnen hier mit ihren nach dem Ende der Apartheid nachgeholten Familien auf engstem Raum und unter teils schlimmen hygienischen Bedingungen. Die Renovierung der Hostels hat zwar bereits begonnen, es sind jedoch noch weite Wege zu gehen.

Als Alternative zu den obigen Behausungen und dem durch sie entstehenden Chaos versucht die Regierung, die Entwicklung durch sogenannte “Low Cost”-Häuser zu beeinflussen. Dies sind einfach Häuser aus Stein mit einer Wohnfläche bis zu 32 m² mit Wasser- und Stromanschluß. Allerdings müssen die Bewohner sich je nach Einkommen mit einer großen Summe daran beteiligen. Auch wenn diese in Raten abbezahlt werden kann, weichen viele weiterhin lieber auf die billigen Squatter Camps aus.

Was man nicht in den Townships zu finden erwartet sind solide Häuser von Mittelklasse- Reihenhäusern bis hin zu luxuriösen Villen. Hier wohnen arbeitende Menschen mit einem regelmäßigen Einkommen, aber z.B. auch Winnie Mandela oder Erzbischof Desmond Tutu besitzen schöne (und gut gesicherte) Häuser in Soweto.

Die Sicherheit ist ein großes Problem in den Townships, weshalb Weiße und insbesondere Touristen die Townships generell niemals allein betreten sollten! Ein Großteil der Einwohner sind bezaubernde Menschen, die sich auch über den Kontakt freuen, doch die Armut in den Townships ist nun einmal sehr groß, so daß niemand ein Risiko eingehen sollte.

Im Rahmen von geführten Touren können die Townships jedoch durchaus besucht werden und auch Kontakte mit den hier lebenden Menschen sind möglich. Bei vielen Touren sind Stops eingeplant, während derer man Menschen in ihrem Zuhause, “Shabeens” (Kneipen/Gaststätten) oder auch eine Kirche oder Schule besuchen kann. Die Großzügigkeit und Lebensfreude dieser Leute ist für uns Wohlstandsmenschen oft unbegreiflich, machen eine “Township-Tour” jedoch zu einem wertvollen Erlebnis.

Hilfe ist hier natürlich immer willkommen, doch bitte verschenken Sie Ihr Geld nicht einfach, sondern unterstützen Sie die Menschen, indem Sie etwas Obst oder eine kleine Handarbeit kaufen.
 

Alle Angaben auf dieser Seite sind nach bestem Wissen zusammengestellt.
Es kann jedoch keine Garantie übernommen werden, daß sie immer und zu jeder Zeit aktuell sind. Jegliche Haftung wird daher ausgeschlossen.

Impressum

Sie möchten auf dieser Seite werben?   You would like to advertise on this page?


TV Spielfilm